Wie viel Zuladung hat ein Container?
Ein 20-Fuß-Container darf rund 28 Tonnen zuladen, ein 40-Fuß-Container rund 26,6 Tonnen. Überraschend: der kleinere 20-Fuß hat oft die höhere zulässige Nutzlast — Gewicht, nicht Größe, ist bei schwerer Ware die eigentliche Grenze.
Max. Zuladung im Überblick
Die Zuladung ist keine eigene Zahl, sondern eine Differenz: zulässiges Bruttogewicht minus Eigengewicht des Containers (Tara).
| Container | Max. Brutto | Tara (rund) | Max. Zuladung | Volumen |
|---|---|---|---|---|
| 20′ Standard | 30.480 kg | 2.280 kg | 28.200 kg | ≈ 33 m³ |
| 20′ High Cube | 30.480 kg | 2.330 kg | 28.150 kg | ≈ 37 m³ |
| 40′ Standard | 30.480 kg | 3.880 kg | 26.600 kg | ≈ 68 m³ |
| 40′ High Cube | 30.480 kg | 3.900 kg | 26.580 kg | ≈ 76 m³ |
| 45′ High Cube | 32.500 kg | 4.900 kg | 27.600 kg | ≈ 86 m³ |
Damit ist auch erklärt, warum der kleine Container mehr trägt: das zulässige Bruttogewicht ist bei 20 und 40 Fuß dasselbe (30.480 kg), aber der 40-Füßer wiegt rund 1,6 Tonnen mehr Stahl. Genau die fehlen in der Ladung.
Maßgeblich ist immer das Typenschild (CSC-Plakette) an der Containertür — dort stehen Tara und Max. Brutto des konkreten Containers. Die Werte oben sind gängige Richtwerte und dieselben, mit denen der 3D-Rechner arbeitet.
Die Grenze, die zuerst greift: die Straße
Der Container darf 28 Tonnen — der LKW, der ihn zum Terminal bringt, oft nicht. In Deutschland liegt das zulässige Gesamtgewicht eines Sattelzugs bei 40 Tonnen, im Vor- und Nachlauf des kombinierten Verkehrs bei 44 Tonnen. Davon geht erst einmal das Fahrzeug ab:
| Posten | 40-t-Zug | 44-t-Zug (KV) |
|---|---|---|
| Zulässiges Gesamtgewicht | 40.000 kg | 44.000 kg |
| − Sattelzugmaschine + Chassis (typisch) | 12.000 kg | 12.000 kg |
| − Tara 40′ High Cube | 3.900 kg | 3.900 kg |
| = möglich auf der Straße | 24.100 kg | 28.100 kg |
| Container erlaubt | 26.580 kg | 26.580 kg |
Ohne die KV-Ausnahme ist also die Straße die schärfere Grenze — rund 24 statt 26,6 Tonnen. Wer die Zuladung des Containers ausreizt, hat den Container voll und darf trotzdem nicht fahren. Fahrzeug- und Chassisgewichte schwanken je nach Ausführung um mehr als eine Tonne; die Zahlen oben sind ein Rechenbeispiel, kein Wert für Ihren Zug.
VGM: das Gewicht muss vor der Verladung gemeldet werden
Seit dem 1. Juli 2016 verlangt die SOLAS-Konvention (Kapitel VI, Regel 2) für jeden Seecontainer eine verifizierte Bruttomasse (Verified Gross Mass, VGM). Ohne VGM wird nicht verladen. Zwei Wege sind zugelassen:
- Methode 1: der gepackte Container wird als Ganzes gewogen.
- Methode 2: alle Einzelposten werden addiert — Ware, Verpackung, Paletten, Stauhilfsmittel und Ladungssicherung, plus die Tara des Containers. Das Verfahren muss zertifiziert sein.
Für Methode 2 ist die Summe der Packstückgewichte der Ausgangspunkt — genau die Zahl, die der Rechner ausweist. Sie ist noch keine VGM: Paletten, Zurrmittel und Container-Tara kommen dazu, und die Verantwortung für die Meldung bleibt beim Verlader.
Gewicht oder Volumen — was limitiert zuerst?
Beide Grenzen gelten gleichzeitig. Welche zuerst greift, entscheidet die Dichte Ihrer Ladung:
| Ladung | Dichte (grob) | Grenze im 40′ |
|---|---|---|
| Fliesen, Naturstein | > 1.000 kg/m³ | Gewicht, mit Abstand |
| Getränke, Konserven | 600–900 kg/m³ | Gewicht |
| Maschinenteile | 300–600 kg/m³ | je nachdem |
| Textilien, Möbel, Verpackung | < 250 kg/m³ | Volumen |
Die Schwelle im 40-Fuß-Container liegt bei rund 390 kg/m³ (26,6 t ÷ 68 m³). Darüber ist der Container schwer, bevor er voll ist — dann lohnt es sich, auf zwei 20-Füßer zu gehen statt auf einen 40-Füßer: zwei 20′ tragen zusammen 56,4 Tonnen, ein 40′ nur 26,6.
Der 3D-Rechner zeigt beides parallel an und warnt, wenn die eingegebene Ladung die Zuladung überschreitet — auch dann, wenn rein vom Platz noch etwas ginge. Bei mehreren Containern verteilt er das Gewicht außerdem gleichmäßig, statt den ersten randvoll zu laden und den letzten halb leer zu lassen.
Häufige Fragen
Wie schwer ist ein leerer Container?
Ein 20-Fuß-Container wiegt rund 2,3 Tonnen, ein 40-Fuß-Standardcontainer rund 3,8 und ein 40′ High Cube rund 3,9 Tonnen. Der genaue Wert steht als „TARE" auf der Tür.
Was passiert bei Überladung?
Die Reederei kann die Annahme verweigern, und auf der Straße drohen Bußgeld und Weiterfahrtuntersagung. Bei Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts haftet nicht nur der Fahrer, sondern auch der Verlader.
Darf man die Zuladung ausnutzen?
Aus Containersicht ja — aber Achslasten und Gewichtsverteilung müssen stimmen. Eine Ladung, die vorne konzentriert steht, kann die Sattellast überschreiten, obwohl das Gesamtgewicht passt.
Gewicht je Packstück eingeben — der Rechner zeigt live, ob Sie unter der Zuladung bleiben.